"Ausgelöffelt - Das Comeback der Suppe"; Copyright: ZDF/ORF

Ausgelöffelt - Das Comeback der Suppe

Ein Film von Constanze Grießler

Die Suppe gehört zu den ältesten Speisen und steht für Wohlfühlessen, Wärme und Behaglichkeit. Sie kommt aus dem Würfel, der Dose, dem Glas oder – ganz klassisch – aus dem Topf. Die Dokumentation "Ausgelöffelt - Das Comeback der Suppe" von Constanze Grießler blickt über den Tellerrand und zeigt die vielen Gesichter der flüssigen Speise.

Dokumentation
Di 12. Dez
22:55 Uhr
Erstausstrahlung

Die flüssige Speise gilt als "Urelement der Küche" und wurde laut Geschichtsforschenden bereits in der Steinzeit gekocht. Viele Familien überlieferten über Generationen Rezepte, jede Kultur ihre eigene Suppentradition. Ob Pho, Miso- oder Tom-Kha-Suppe, Bouillabaisse, Minestrone, Rindsuppe, Bouillon: Suppen sind im Trend. Während der Coronapandemie hat sich der Umsatz von Fertigsuppen im Einzelhandel verdoppelt. Suppen können aus fast allen Lebensmitteln zubereitet werden und sind die Klassiker des Speiseplans. Der Suppenwürfel ist übrigens der Vorreiter des Convenience-Food. 1886 erfand Julius Maggi eine Speisewürze, und eine ganze Suppenindustrie entstand im Zuge der Industrialisierung. Bis heute sind unzählige Tütensuppen entwickelt worden, und es werden immer mehr. Suppen werden jeder Ernährungsweise gerecht, ob vegetarisch, vegan oder in der Paleo-Ernährung.  Aber auch in der Kunstwelt finden sie ihren Niederschlag, wie Andy Warhols berühmte Campbell-Dosen beweisen, und werden als Protestform genutzt, etwa, wenn medienwirksam ein Van-Gogh-Bild mit Suppe beworfen wird.

 

Die Kraftbrühe gilt als Heilmittel, die "Goldene Joich", wie Hühnersuppe im Jiddischen heißt, ist auch als "Jewish Penicilin" bekannt. Maschi Mermelstein kocht die Speise gern zum Sabbath. Seit Langem sind Suppen auch ein wichtiger Bestandteil des Fastens. Alexander Graffi leitet Suppenfasten-Retreats im Waldviertler Stift Geras: "Wichtig ist, dass eine Fastensuppe abwechslungsreich ist und wirklich lange gekocht wird. Ich finde das Suppenfasten am leichtesten und gleichzeitig am intensivsten, weil man keinen Hunger hat." Der Hype um die Suppe reißt nicht ab, Rezeptvideos mit Hashtags wie #SoupTok und #Soup erzielen auf TikTok, Instagram und Co. Milliarden Aufrufe, und auf YouTube sieht man, wie sich mit "Souping" – angeblich – Gewicht verlieren lässt. Nicht nur in Retreats bringt die Speise Menschen zusammen: Das Berliner Nachbarschaftsprojekt "Suppe und Mucke" organisiert Suppenfeste unter dem Motto "unkommerziell, selbstorganisiert, umsonst & draußen". Dort lernt man sich kennen und kommt beim Schlürfen ins Gespräch: "Das ist das Schöne an der Suppe. Da kann man gar nicht so viel falsch machen. Am Ende kann man es immer ein bisschen würzen, und dann schmeckt es schon", scherzen Martin und Constanze.

 

Außerdem ist die Suppe das perfekte Zero-Waste-Essen. Molekularbiologe Fritz Treiber, Leiter Geschmacklabors an der Universität Graz, postuliert: "Suppe ist sehr dankbar, wenn es um die Nachhaltigkeit geht. Also wunderbar, dass ich aus den Resten, die nicht unbedingt in den Biomüll müssen, einen Fond mache, der die Basis der Suppe ist." Seit Jahrhunderten soll die Speise alle satt machen. Suppenbusse mit Freiwilligen, die Armutsbetroffenen heiße Suppe und Brot bringen, sind weiterhin in vielen Städten, so auch in Wien, im Einsatz.

 

Die Dokumentation "Ausgelöffelt - Das Comeback der Suppe" blickt über den Tellerrand und zeigt die vielen Gesichter sowie die Kulturgeschichte der flüssigen Mahlzeit.

 

Fotos zur Sendung finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 06. November 2023